Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Bahnstrecke Wiener Neustadt–Sopron
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
| Wiener Neustadt Hbf–Sopron | Wiener Neustadt Hbf–Sopron |
|---|---|
| Streckennummer (ÖBB) : | ÖBB 108 01 |
| Streckennummer: | GySEV 524 |
| Kursbuchstrecke (ÖBB) : | 524 |
| Kursbuchstrecke (MÁV) : | 15 |
| StreckenlÀnge: | 31,782 km |
| Spurweite : | 1435 mm ( Normalspur ) |
| Maximale Neigung : | 13 ‰ |
| Minimaler Radius : | 460 m |
| Streckengeschwindigkeit: | 120 km/h |
| Zugbeeinflussung : | PZB |
| Zweigleisigkeit : | Wiener Neustadt–Katzelsdorf (in Bau) |
| | |
| | |

Die Bahnstrecke Wiener Neustadt–Sopron (auch als Mattersburger Bahn bezeichnet) ist eine grenzĂŒberschreitende Eisenbahnstrecke in Österreich und Ungarn. Sie verlĂ€uft von Wiener Neustadt durch Niederösterreich und das Burgenland bis nach Sopron (Ödenburg). Der österreichische Anteil gehört zum ErgĂ€nzungsnetz der ÖBB-Infrastruktur (ÖBB-Infra), der ungarische Abschnitt gehört zur Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn (GySEV) sowie zum extended core network des europĂ€ischen Verkehrskorridors Ostsee-Adria.

Die Strecke ist eine der Ă€ltesten Eisenbahnstrecken in Österreich. Sie wurde zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie durch die von Georg von Sina gegrĂŒndeten „Wien-Raaber Bahn“ errichtet und am 20. August 1847 fĂŒr den Personenverkehr eröffnet. Sie war damit als zweite Eisenbahnstrecke im Königreich Ungarn nach der Strecke Budapest–VĂĄc und nur zwölf Tage vor der Strecke Budapest–Szolnok eröffnet worden. Zur Zeit der Monarchie befand sich die Landesgrenze in der Mitte der LeithabrĂŒcke im Streckenkilometer 3,573. Seit dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich am 25. JĂ€nner 1921 befindet sich die Staatsgrenze im Bereich des Bahnhofes Loipersbach-Schattendorf auf der BrĂŒcke ĂŒber den Aubach beim Streckenkilometer 25,434.

Die Bahnstrecke Wiener Neustadt – Sopron wurde zwischen 1998 und 2001 modernisiert und lĂ€sst heute Geschwindigkeiten bis 120 km/h zu. Seit dem Fahrplanwechsel am 9. Juni 2001 wurde ein vereinfachter Fernbedienbetrieb eingefĂŒhrt, mit dem der gesamte österreichische Streckenanteil vom Bahnhof Mattersburg aus ferngesteuert wird.

Contents

‱ Geschichte
‱ Gegenwart
‱ Galerie
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Geschichte

Am Beginn des 19. Jahrhunderts war die österreichische Wirtschaft an einer Verbindung von Wien nach dem Seehafen Triest höchst interessiert. ZunĂ€chst wurde deshalb der Wiener NeustĂ€dter Kanal gebaut, der jedoch ĂŒber Pöttsching nicht hinaus kam. SpĂ€ter wurde die Verbindung nach Triest durch die SĂŒdbahn realisiert.

Neben der Stadt Sopron (Ödenburg) waren es die Großgrundbesitzer EsterhĂĄzy und SzĂ©chenyi, die den Anschluss an die sich entwickelnde Eisenbahn forderten und sich gemeinsam mit dem Bankhaus Sina fĂŒr den Bau der Ödenburg - Wiener NeustĂ€dter Eisenbahn einsetzten.

Die Planung, und spĂ€ter auch der Bau, wurde Matthias Schönerer (1807–1881) ĂŒbertragen, der als Ingenieur fĂŒr die zum Finanzkonzern Sina gehörenden Bahnen verantwortlich war. Seine ursprĂŒngliche Planung sah eine Trassierung von Wiener Neustadt nach Wiesen-Sigleß nach dem derzeitigen Bestand vor. Von dort aus hĂ€tte Mattersburg (damals noch „Mattersdorf“) den HĂ€ngen entlang erreicht werden sollen. Die Strecke sollte danach ihren Verlauf in Richtung Baumgarten nehmen und von dort etwa auf der heutigen Trasse der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn die Stadt Sopron erreichen.

SpĂ€ter Ă€nderte Schönerer jedoch seine Planungen und wĂ€hlte die direktere Linie ĂŒber Schattendorf und Agendorf/Agfalva, wofĂŒr zwei mĂ€chtige und in der damaligen Zeit einmalige Kunstbauten – das „Wiesen-Viadukt“ sowie das „Mattersburger Viadukt“ – erforderlich waren. Auslösend dafĂŒr dĂŒrfte aber nicht nur die kĂŒrzere Streckenwahl gewesen sein, sondern vielmehr die Tatsache, dass sich Schönerer damit die Gelegenheit bot, fĂŒr den anstehenden Bau der ebenfalls im Besitz der k.k. privilegierten SĂŒdbahn-Gesellschaft stehenden Semmeringbahn (1848–1854) ein entsprechendes „Experimentierfeld“ zu haben. Es ist daher kein Zufall, dass beide genannten Viadukte die gleichen Konstruktionsmerkmale aufweisen wie jene der Semmeringbahn. Neben diesen beiden Viadukten zeichnet sich die Strecke, die keineswegs die Merkmale einer Gebirgsbahn zeigt, durch eine Reihe weiterer kleinerer Viadukte aus, wie sie sonst auf keiner vergleichbaren Strecke zu finden sind.

Nachdem das Bankhaus Sina am 16. Februar 1839 die definitive Genehmigung fĂŒr die Errichtung der Wien-Gloggnitzer Eisenbahn erhalten hatte, wurde diese am 6. Juni 1840 mit der Verbindung Wiener Neustadt – Ödenburg ergĂ€nzt. Am 2. November 1844 wurde die Ödenburg - Wiener NeustĂ€dter Eisenbahn Gesellschaft von Kaiser Ferdinand I. (in Ungarn König Ferdinand V.) genehmigt, ihre Statuten wurden am 20. Februar 1845 gebilligt. Das Aktienkapital betrug 1,5 Millionen Gulden, es wurden 7500 Aktien zu je 200 Kronen ausgegeben.

Die Konzessionierung sah einen Vertrag zwischen dem Statthalter in Ofen und der Gesellschaft vor: er wurde am 27. MĂ€rz 1845 auf 50 Jahre geschlossen. Seitens der Eisenbahngesellschaft waren Graf IstvĂĄn SzĂ©chenyi, Graf Heinrich Zichy und Eduard Tschurl als SekretĂ€r der Bahngesellschaft die Unterzeichner. Gesetzliche Grundlage des Vertrages war der 1836 verabschiedete Ungarische Gesetzesartikel XXV ĂŒber den Landverkehr.cite-ref-1[1]

Am 30. MĂ€rz 1845 fand in Ödenburg (Sopron) die konstituierende Generalversammlung statt. Sie bestĂ€tigte Graf SzĂ©chenyi als PrĂ€sident. In seiner kurzen, in deutscher Sprache gehaltenen Rede deklamierte er: „Ein heller Stern ist damit dem Westen Ungarns aufgegangen, dessen wachsender Strahlenglanz die Bahnen seines zukĂŒnftigen raschen Fortschrittes erleuchten wird.“

Die Bauarbeiten wurden noch im FrĂŒhjahr 1845 bei Mattersdorf in Angriff genommen.

Die 33,521 km lange Strecke wurde schließlich innerhalb von zwei Jahren (FrĂŒhling 1845 bis Sommer 1847) errichtet. Die Bahn ging vom sĂŒdlichen Ende des Bahnhofs Wiener Neustadt aus, bog sogleich nach Osten und erreichte kurz nach der Bahnstation Katzelsdorf an der LeithaĂŒberbrĂŒckung die damalige Grenze zwischen Österreich und Ungarn. Bis zum Übergang blieb die Bahn im Besitz der Wien-Gloggnitzer Bahn und wurde auch von dieser gebautcite-ref-2[2]. Von der LeithabrĂŒcke an gehörte die Reststrecke der neu gegrĂŒndeten Ödenburg - Wiener NeustĂ€dter Bahn und wurde auf deren Kosten gebaut. Aber bereits wĂ€hrend der Bauarbeiten wurde beschlossen, dass der Betrieb der Ödenburger Bahn der Gloggnitzer Eisenbahn zu ĂŒbertragen sei. Zu den diesbezĂŒglichen Verhandlungen mit der Gloggnitzer Bahn wurde die Direktion der Ödenburg-Wiener NeustĂ€dter Bahn von ihrer am 5. MĂ€rz 1846 abgehaltenen zweiten Generalversammlung ermĂ€chtigt. Obwohl beide Bahngesellschaften zum Sina'schen Bankkonsortium gehörten, verliefen die Verhandlungen nicht reibungslos.cite-ref-3[3]

Die dritte Generalversammlung am 28. Februar 1847 befasste sich mit den finanziellen Schwierigkeiten, die aus den unvorhergesehenen Mehrkosten entstanden und außerdem auch darauf zurĂŒckzufĂŒhren waren, dass viele der Zeichner von Aktien ihre Zahlungen verspĂ€tet oder ĂŒberhaupt nicht geleistet hatten. Die unvorhergesehenen Kosten entstanden aus mehreren GrĂŒnden: UrsprĂŒnglich war bei Mattersburg eine aus Holz gezimmerte BrĂŒcke vorgesehen, welche aber als feuergefĂ€hrdet erachtet wurde, weshalb man sich fĂŒr das Massivviadukt entschied. Auch Korrekturen an der StreckenfĂŒhrung, der Mattersburger Erdrutsch, das ursprĂŒnglich nicht geplante RestaurationsgebĂ€ude in Ödenburg sowie höhere Preise bei Grundeinlösungen machten es schließlich notwendig, ein Darlehen aufzunehmen, um den Baufonds von 1,5 Millionen Gulden um weitere 750 Tausend Gulden aufzustocken. Die entstandenen Schulden wurden schließlich durch die Ausgabe neuer Aktien beglichen.cite-ref-ch-28-4-0[4]

Die gesamte Strecke wurde das erste Mal am 2. August 1847 befahren. Es war die Lokomotive Weilburg der Gloggnitzer Bahn, die den ersten Zug bis nach Ödenburg brachte. Am Tag des Heiligen Stephan, dem 20. August, kam es dann zur feierlichen Eröffnung. Um 5:30 Uhr fuhr der Eröffnungszug mit neun Wagen geladener GĂ€ste aus Wien ab, um 7:00 Uhr dann ab Wiener Neustadt. Auf der Burg Forchtenstein wurden 40 SalutschĂŒsse zur BegrĂŒĂŸung abgefeuert, und auch in Ödenburg wurde der Train mit Ehrensalven erwartet. Eine Ehrenkompanie, die BĂŒrgermiliz und zahlreiche Honoratioren nahmen an der Eröffnungsfeier teil. Es folgte ein Bankett, und um die Mittagszeit fuhr der Zug nach Wien zurĂŒck. Am nĂ€chsten Tag verkehrten die ZĂŒge bereits nach Fahrplan.cite-ref-ch-28-4-1[4] Erst im Oktober 1847 wurde die Strecke fĂŒr den Gesamtverkehr freigegeben.

Die Strecke wurde zum ersten Abschnitt der nachmaligen ungarischen SĂŒdbahnstrecke Wiener Neustadt – Nagykanizsa. Die Kilometrierung der Bahnstrecke Sopron–Nagykanizsa fĂŒhrt dabei noch immer die Kilometrierung des Streckenteils Wiener Neustadt – Sopron weiter. Der Endbahnhof in Sopron wurde ab der Eröffnung eines zweiten Bahnhofes („Raaber Bahnhof“) durch die Raaberbahn an ihrer Bahnstrecke GyƑr–Sopron–Ebenfurth in Sopron-dĂ©li („SĂŒdbahnhof“) umbenannt. Zwischen den beiden Soproner Bahnhöfen wurde eine Verbindungsbahn gebaut, die eigentliche FortfĂŒhrung der Strecke nach Nagykanizsa umging den Bahnhof der Raaberbahn jedoch bis zur Stilllegung dieses Abschnittes im Jahr 1959. Bis 1998 wurden noch beide Bahnhöfe im Personenverkehr genutzt; der letzte Reisezug fuhr am 23. Mai 1998 von Sopron-dĂ©li ab.cite-ref-5[5]

Der rasch zunehmende Verkehr deutete auf einen wirtschaftlichen Aufschwung fĂŒr Ödenburg und das durch die Eisenbahn erschlossene Gebiet. Aber schon im nĂ€chsten FrĂŒhjahr, 1848, kam es in mehreren LĂ€ndern Europas zu Revolutionen. In Ungarn brach ein Freiheitskampf aus, den Kaiser Franz Joseph I. nach einem Jahr, 1849, mit Hilfe des russischen Zaren Nikolaus I. niederwerfen konnte. Obwohl das Gebiet Westungarns, welches die Ödenburger Eisenbahn durchquerte, von den kriegerischen Ereignissen weitgehend verschont blieb und sich Bevölkerung und vor Ort stationiertes MilitĂ€r reichs- wie kaisertreu verhielten, kam es zu Spannungen zwischen den ReichshĂ€lften Österreich und Ungarn.cite-ref-ch-29-6-0[6] Nicht zuletzt war dies ein Grund dafĂŒr, dass die dringend notwendige Bahnverbindung Wiens mit dem Adriahafen Triest nicht ĂŒber das topographisch gĂŒnstigere westungarische Gebiet gebaut wurde, sondern ĂŒber den Semmering. 1857 war der durchgehende Verkehr von Wien ĂŒber Gloggnitz, Semmering, Graz, Laibach und den Karst nach Triest fertiggestellt. Die Abzweigung von Wiener Neustadt ĂŒber Ödenburg wurde aber erst 1865 verlĂ€ngert. Daher konnte sie die ihr ursprĂŒnglich zugedachte Bedeutung nie erreichen.cite-ref-ch-30-7-0[7]

Gegenwart

Die Strecke ist heute eine Bahnstrecke der ÖBB, die ĂŒberwiegend in Österreich verlĂ€uft. Sie fĂŒhrt von Wiener Neustadt ĂŒber Mattersburg bis zur österreichisch-ungarischen Staatsgrenze und weiter nach Sopron. Nach Auflösung der k.k. priv. SĂŒdbahn-Gesellschaft wurde der österreichische Teil den ÖBB ĂŒbertragen. Der ungarische Streckenabschnitt wurde von der MÁV im Auftrag der ÖBB betrieben. Seit 1. Februar 2002 liegt die BetriebsfĂŒhrung des ungarischen Abschnittes bei der Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn (GySEV). Die ÖBB sind aber noch immer EigentĂŒmer jener GrĂŒnde, auf denen die Strecke in Ungarn verlĂ€uft und mĂŒssen fĂŒr den Erhalt der Strecke aufkommen. Selbst im Bahnhof Sopron sind die ÖBB auch heute noch EigentĂŒmer eines Gleises. Die MitbenĂŒtzung weiterer Gleisanlagen der MÁV und der GySEV wurde frĂŒher mit eigenen Peage-VertrĂ€gen geregelt.

Die Strecke ist eingleisig in Normalspur ausgefĂŒhrt. Bei der Trassierung wurde jedoch die Zulegung eines zweiten Gleises berĂŒcksichtigt. So wurde beispielsweise das mĂ€chtige „Wiesener Viadukt“ in der Breite fĂŒr ein zweites Gleis ausgefĂŒhrt.

Die Zugkreuzungen im Stundentakt finden zur ĂŒblichen Symmetrieminute kurz vor der vollen Stunde im Bf Mattersburg statt. Zu gewissen Tageszeiten wird auf einen angenĂ€herten Halbstundentakt verdichtet.

Obwohl es bereits seit Jahren intensive Überlegungen gibt, die Strecke zu elektrifizieren, wird 2025 noch immer im Dieselbetrieb gefahren. Maßgeblich fĂŒr die Verzögerungen waren die verschiedenen Stromsysteme der ÖBB (15 kV 16,7 Hz ~) und der GySEV (25 kV 50 Hz ~) und die Uneinigkeit darĂŒber, wo der Systemwechsel erfolgen sollte. Obwohl bereits konkrete Planungen durchgefĂŒhrt wurden, wobei der Systemwechsel unmittelbar nach der Staatsgrenze erfolgen sollte, die eine Elektrifizierung der Strecke bis zum Jahr 2009 – ursprĂŒnglich war laut Generalverkehrsplan eine Realisierung bis 2006 beabsichtigtcite-ref-8[8] – vorsahen, wurde die Umsetzung des Projekts auf vorerst unbestimmte Zeit verschoben. Damit wurde auch die Wiedererrichtung des ehemaligen Bahnhofs Wiesen-Sigleß (heute Haltestelle) zu einem Kreuzungsbahnhof hinfĂ€llig. Auch der beabsichtigte Schnellbahnverkehr bis Mattersburg kann damit nicht realisiert werden.

Modernisierung und Elektrifizierung

Im Februar 2022 wurde ein 260-Millionen-Euro-Ausbauprogramm fĂŒr den Bahnverkehr im Burgenland beschlossen. Im Zuge dieses Ausbaues soll die Strecke zwischen Wiener Neustadt und Sopron elektrifiziert werden. Die Bahnhöfe und Haltestellen Neudörfl, Bad Sauerbrunn, Mattersburg-Nord und Marz-Rohrbach werden umgestaltet.cite-ref-9[9]

Die ÖBB begannen die Vorarbeiten fĂŒr die Elektrifizierung im Juni 2025.cite-ref-10[10] Im Oktober 2025 begannen die Hauptarbeiten zur Modernisierung und Elektrifizierung der Bahnstrecke bis zur Grenze, die 2027 abgeschlossen sein sollen. Der Abschnitt zwischen Wiener Neustadt und Katzelsdorf wird zweigleisig ausgebaut.cite-ref-11[11]cite-ref-12[12] Es kommt zu zeitweisen Streckenstreckensperrungen.cite-ref-13[13]cite-ref-14[14]

Aktueller Fahrzeugeinsatz

Zum Einsatz kommen vor allem Diesellokomotiven der Reihe 2016, welche die langjĂ€hrig eingesetzten Baureihen 2143 und 2043 weitgehend ablösten. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022 verkehren auf der Strecke ausschließlich ÖBB-Fahrzeuge. Das Bild der Dieseltriebwagen wird noch immer von der Reihe 5047 beherrscht. Triebwagen der neuen Generation 5022 kommen seit dem FrĂŒhjahr 2023 verstĂ€rkt zum Einsatz.

Zugbegleiter gibt es nur mehr in jenen ZĂŒgen, die als WendezĂŒge gefĂŒhrt werden. Im FrĂŒhverkehr verkehren REX-ZĂŒge von Deutschkreutz ĂŒber Mattersburg und die SĂŒdbahnstrecke direkt bis Wien Hauptbahnhof. Am spĂ€ten Nachmittag verkehren diese REX-ZĂŒge in umgekehrter Relation von Wien-Meidling ĂŒber Mattersburg direkt bis Deutschkreutz.

Streckenverlauf

Die Bahnstrecke verlĂ€sst den Hauptbahnhof Wiener Neustadt in sĂŒdöstlicher Richtung auf dem Steinfeld gebĂŒndelt mit der Aspangbahn, löst sich aber bei der Frohsdorfer Siedlung von letzterer geradlinig ostwĂ€rts und ĂŒberquert die Leitha nördlich von Katzelsdorf. Bei Neudörfl wird ein nördlicher AuslĂ€ufer des Rosaliengebirges in einem langen Einschnitt durchlaufen, ehe ĂŒber Bad Sauerbrunn im weiterhin hĂŒgeligem Terrain Mattersburg erreicht und das Wulkatal mit dem Mattersburger Viaduktcite-ref-15[15] ĂŒberquert wird. Die ĂŒberspannten Weiten zwischen den StĂŒtzen betragen 4 × 9,9 m + 4 × 11,6 m + 12 × 11 m, also insgesamt 218 m. Beim benachbarten Krebsenbachtalviadukt, mit dem die Landesstraße ĂŒberbrĂŒckt wird, sind dies 4 × 7,58 m + 3 × 9,48 m, also 58,76 m. Nunmehr wird das Tal des Klettenbachs verfolgt, der kleine GelĂ€nderĂŒcken zum Tauscherbach passiert und kurz hinter dem Bahnhof Loipersbach-Schattendorf die Staatsgrenze nach Ungarn. Bei Ágfalva schmiegt sich die Strecke noch kurz etwas an den Nordabfall des Ödenburger Gebirges an und erreicht schließlich die Stadt Sopron im Komitat GyƑr-Moson-Sopron.

Galerie

Siehe auch
Literatur

‱ Hans Chmelar (Red.): 150 Jahre Eisenbahn im Burgenland. Feuer, Wasser, Kohle (Mattersburg, Katalog der BurgenlĂ€ndischen Landes-Sonderausstellung 1997). BurgenlĂ€ndische Forschungen, Sonderband Nr. 19. Amt der BurgenlĂ€ndischen Landesregierung, Landesarchiv – Landesbibliothek, Eisenstadt 1997, ISBN 3-901517-09-X.

Weblinks

Commons

: Mattersburger Bahn

– Sammlung von Bildern

‱ ÖBB-Kursbuch aktuell

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Ungarns Eisenbahnwesen - VortrĂ€ge des VII. Internationalen Wirtschaftskurses: Budapest, 1913. (S. 2). Dr. Ludwig v. Hegyeshalmy, abgerufen am 6. Oktober 2025.
cite-note-22. ↑ Die ehemalige Wien-Raaber Bahn konnte mit kaiserlichem Erlass von 1842 ihren Namen in Wien-Gloggnitzer Bahn Ă€ndern, nachdem sich vorerst die sĂŒdliche Strecke nicht nur frĂŒher verwirklichen ließ, sondern diese auch bedeutsamer erschien, welchem Umstand man auch in der Bezeichnung der Bahngesellschaft nachkommen wollte. Diese Schwenkung nach SĂŒden und SĂŒdosten der Sina'schen Unternehmungen ist hauptsĂ€chlich auf die erwĂ€hnte Konkurrenz der Rothschildschen Kaiser-Ferdinand-Nordbahn und der Ungarischen Centraleisenbahn zurĂŒckzufĂŒhren, die vorerst das Privileg fĂŒr die Verbindung von Wien mit Pest erhalten hatten. — Chmelar: 150 Jahre Eisenbahn, S. 29
cite-note-33. ↑ Chmelar: 150 Jahre Eisenbahn, S. 18
cite-note-ch-28-44. ↑ Chmelar: 150 Jahre Eisenbahn, S. 28
cite-note-55. ↑ Sopron-DĂ©li. In: vasutallomasok.hu. Abgerufen am 27. Juni 2023 (ungarisch).
cite-note-ch-29-66. ↑ Chmelar: 150 Jahre Eisenbahn, S. 29
cite-note-ch-30-77. ↑ Chmelar: 150 Jahre Eisenbahn, S. 30
cite-note-88. ↑ Generalverkehrsplan Österreich 2002. (PDF; 1,69 MB) Bundesministerium fĂŒr Verkehr, Innovation und Technologie, S. 59, ehemals im Original (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 28. Juni 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmvit.gv.at (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
cite-note-99. ↑ 260 Millionen Euro-Paket fĂŒr Bahnausbau. In: burgenland.ORF.at. 3. Februar 2022, abgerufen am 23. Juni 2023.
cite-note-1010. ↑ ÖBB Newsroom: Vorarbeiten fĂŒr die Elektrifizierung der Mattersburger Bahn - ÖBB. Abgerufen am 2. Oktober 2025.
cite-note-1111. ↑ APA / BVZ.at: Start fĂŒr Modernisierung der Mattersburger Bahn mit Sperren. 2. Oktober 2025, abgerufen am 2. Oktober 2025.
cite-note-1212. ↑ ÖBB Newsroom: Start zur Modernisierung und Elektrifizierung der - ÖBB. Abgerufen am 2. Oktober 2025.
cite-note-1313. ↑ Mattersburger Bahn wird modernisiert: Sperren bis 2027. 2. Oktober 2025, abgerufen am 2. Oktober 2025.
cite-note-1414. ↑ Mattersburger Bahn wird bis 2027 modernisiert. 2. Oktober 2025, abgerufen am 2. Oktober 2025.
cite-note-1515. ↑ Wolfgang Weisgram: Viadukt von Mattersburg: ÜbungsgelĂ€nde fĂŒr den Semmering. In: derstandard.at. 28. August 2017, abgerufen am 19. Mai 2021 (österreichisches Deutsch).